Durchlauferhitzer vs. Warmwasserspeicher: Welches Warmwassersystem spart mehr Energie?

Durchlauferhitzer vs. Warmwasserspeicher: Welches Warmwassersystem spart mehr Energie?

1. Durchlaufprinzip oder Speicherprinzip: Der Grundunterschied

Durchlauferhitzer oder Warmwasserspeicher Wien: Ein Durchlauferhitzer oder eine Kombitherme erwärmt Wasser in dem Moment, in dem die Armatur aufgedreht wird. Ein Warmwasserspeicher (Boiler) hält 80 bis 300 Liter vorgewärmtes Wasser ständig bereit. Für Wiener Etagenwohnungen mit 1 bis 2 Personen ist die Kombitherme meist wirtschaftlicher. Ab 3 Personen oder bei mehreren gleichzeitigen Zapfstellen lohnt sich ein Speicher deutlich mehr.

Warmwasser macht 15 bis 25 Prozent des jährlichen Energieverbrauchs in einem österreichischen Haushalt aus. Die Wahl zwischen Durchlauf- und Speicherprinzip hat also direkten Einfluss auf die Energiekosten, aber auch auf den Komfort. Es gibt keine universell richtige Antwort, sondern eine, die vom konkreten Haushalt abhängt.

2. Direkter Vergleich: Stärken und Schwächen

EigenschaftDurchlauferhitzer / KombithermeWarmwasserspeicher (Boiler)
WarmwassermengeBegrenzt, ca. 10-14 Liter/MinuteSehr hoch, parallele Zapfstellen möglich
PlatzbedarfMinimal (Wandgerät)Mittel bis hoch (80-300 Liter)
BereitschaftsverlusteKeine, kein Energieverlust im StillstandJa, ca. 1-3 kWh täglich durch Wärmeverlust
Aufheizzeit nach dem DuschenEntfällt, unbegrenzt30-60 Minuten für volle Kapazität
Solarthermie-KombinationSchwierigIdeal, Speicher kann solar vorgewärmt werden
AnschaffungskostenGeringer (Therme bereits vorhanden)1.200 bis 2.500 Euro zusätzlich

3. Energieeffizienz und Bereitschaftsverluste

Ein moderner Warmwasserspeicher mit guter Isolierung verliert täglich etwa 1 bis 3 Kilowattstunden durch Wärmeverlust, auch wenn kein Wasser entnommen wird. Das klingt wenig, macht aber über das Jahr gerechnet 365 bis über 1.000 Kilowattstunden aus. Bei einem Gaspreis von 12 Cent pro Kilowattstunde sind das 44 bis 120 Euro reine Bereitschaftskosten pro Jahr.

Eine Kombitherme hat diesen Verlust nicht. Dafür kann sie bei gleichzeitiger Nutzung mehrerer Zapfstellen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Wer in einer Wohnung allein lebt oder zu zweit ist und selten gleichzeitig duscht, fährt mit der Kombitherme in der Regel günstiger.

In vielen Wiener Altbauten gibt es eine Zentralwarmwasserversorgung über das Steigleitungssystem, die funktioniert wie ein großer zentraler Speicher für alle Wohnungen. In diesem Fall haben Mieter oder Eigentümer keine eigene Wahl. Erst beim Umbau auf eine eigene Wohnungsheizung (Therme) stellt sich die Frage nach dem Speicher.

4. Legionellenschutz nach ÖNORM B 5019

Wer einen Warmwasserspeicher betreibt, muss sich mit Legionellen auseinandersetzen. Legionellen sind Bakterien, die sich in stehendem warmem Wasser bei Temperaturen zwischen 25 und 50 Grad Celsius optimal vermehren. Werden sie über Wasseraerosole (Duschwasser, Whirlpool) eingeatmet, können sie eine schwere Lungenentzündung verursachen.

Die österreichische ÖNORM B 5019 schreibt vor, dass Warmwasserspeicher mindestens einmal täglich auf 60 Grad erhitzt werden müssen, um Legionellen abzutöten. Moderne Regelungen führen diese thermische Desinfektion automatisch durch, zum Beispiel nachts zwischen 2 und 4 Uhr. Bei älteren Anlagen ohne automatische Desinfektion ist Handlungsbedarf.

Praktisch: Wer seinen Speicher auf unter 55 Grad einstellt, um Energie zu sparen, riskiert Legionellenwachstum. Der vermeintliche Spareffekt kann in diesem Fall gesundheitlich teuer werden.

5. Besonderheiten in Wiener Altbauten

In Wiener Gründerzeit- und Gemeindebauten aus dem frühen 20. Jahrhundert gibt es oft sehr begrenzte Platzverhältnisse. Ein 120-Liter-Boiler passt in viele Badezimmer schlicht nicht hinein, ohne andere Ausstattung zu verdrängen.

Dazu kommen denkmalschutzrechtliche Beschränkungen, die die Leitungsführung für größere Geräte erschweren. In diesen Fällen ist eine Brennwerttherme mit Kombi-Warmwasserbereitung oft die einzig realistische Option.

Für Altbauten mit Badsanierung haben wir eine eigene Übersicht: Was ist bei einer Badsanierung im Wiener Altbau zu beachten.

6. Kombination mit Solarthermie oder Wärmepumpe

Wer über eine Solarthermieanlage nachdenkt, braucht zwingend einen Warmwasserspeicher. Solarkollektoren auf dem Dach erwärmen Heizungswasser, das im Speicher die Energie zwischenspeichert. Eine Kombitherme ohne Speicher kann nicht direkt mit Solarthermie kombiniert werden.

Gleiches gilt für Wärmepumpen, die Trinkwarmwasser bereiten. Auch hier ist ein Brauchwasser-Wärmepumpenspeicher nötig.

Wer also langfristig in Richtung erneuerbare Energien plant, sollte beim nächsten Thermentausch gleich einen Speicher miteinplanen, auch wenn er kurzfristig teurer ist. Details zur Solarthermie: Wann lohnt sich Solarthermie in Wien.

7. Entscheidungshilfe für Ihren Wiener Haushalt

Als grobe Orientierung für Wiener Verhältnisse:

  • 1 bis 2 Personen, Etagenwohnung bis 80 m²: Brennwert-Kombitherme ist meist die beste Wahl. Günstig, platzsparend, kein Bereitschaftsverlust.
  • 3 bis 4 Personen, mehrere Bäder: Speicher ab 120 Liter sinnvoll, besonders wenn morgens gleichzeitig geduscht wird.
  • Einfamilienhaus mit Solarthermie: Schichtladespeicher mit 200 bis 300 Liter und zwei Wärmetauschern ist die ideale Lösung.
  • Altbau mit wenig Platz: Kombitherme oft die einzige realistische Option, ergänzt durch einen kleinen Wand-Pufferspeicher wenn nötig.

8. Häufige Fragen zum Thema Warmwasserbereitung

Kann ich meinen Warmwasserspeicher nachträglich mit Solarthermie kombinieren?

Ja, wenn der vorhandene Speicher einen zweiten Wärmetauscher (Doppelspirale) hat oder es sich um einen Kombispeicher handelt. Viele ältere Ein-Wärmetauscher-Speicher lassen sich nicht mit Solarthermie verbinden. In diesem Fall ist ein Speichertausch beim Einbau der Solaranlage nötig.

Wie lange hält ein Warmwasserspeicher?

Ein qualitativ hochwertiger emaillierter Warmwasserspeicher hält bei regelmäßiger Magnesiumanodenprüfung (alle 1 bis 2 Jahre) 15 bis 25 Jahre. Wenn die Schutzanode erschöpft ist und nicht rechtzeitig getauscht wird, kann der Speicher innen durchkorrodieren. Das lässt sich durch einen jährlichen Wartungscheck verhindern.

Was ist ein Schichtladespeicher?

Ein Schichtladespeicher nutzt den physikalischen Effekt, dass warmes Wasser nach oben steigt. Durch eine spezielle Einströmung wird kaltes und heißes Wasser nicht vermischt, sondern lagert sich in Schichten übereinander. Das ermöglicht höhere nutzbare Warmwassermengen bei kleinerem Volumen und bessere Effizienz bei der Kombination mit Solarthermie.

Sebastian Winter Gas- und Sanitärtechnikermeister

Über den Autor: Sebastian Winter

Konzessionierter Gas- & Sanitärtechnikermeister • Allkommerz GmbH

Sebastian Winter führt den traditionsreichen Wiener Meisterbetrieb in der Hetzendorfer Straße 77–79a. Mit über 15 Jahren praktischer Baustellenerfahrung im Wiener Alt- und Neubau berät er Kunden fundiert zu Badsanierungen, Heizungsmodernisierungen, Gasprüfungen nach ÖVGW und barrierefreien Förderprojekten der Stadt Wien.

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